Säuglingskoliken gehören zu den schwersten Erfahrungen in den ersten Wochen mit einem Neugeborenen. Stundenlanges untröstliches Weinen, gebrochene Nächte, erschöpfte Eltern, die alles versuchen und nichts finden, was zuverlässig hilft. Dies ist einer der häufigsten Gründe, warum Familien eine CST bei Säuglingen in Betracht ziehen, und Ärzte, die mit Babys arbeiten, leiden regelmäßig unter Koliken.
Eine randomisierte kontrollierte Studie aus dem Jahr 2019 sollte testen, ob CST einen messbaren Unterschied macht. 58 Säuglinge wurden randomisiert und erhielten entweder eine bis drei CST-Sitzungen oder keine Behandlung. Die Ergebnisse wurden anhand der Schreistunden, der Schwere der Koliken und der Schlafdauer gemessen.
Die CST-Gruppe zeigte in allen drei Fällen signifikante Verbesserungen. Das Verständnis der Bedeutung dieser Ergebnisse – einschließlich ihrer tatsächlichen Grenzen – hilft Familien und Ärzten, klar darüber nachzudenken, was die Beweise aussagen.
Versuchsdesign und Messungen
Die 58 Säuglinge wurden bei der Einschreibung randomisiert, was bedeutet, dass die beiden Gruppen zufällig zu Beginn hinsichtlich der Schwere der Koliken und anderer relevanter Merkmale ähnlich sein sollten. Durch Randomisierung lässt sich sagen, dass Unterschiede in den Ergebnissen auf die Behandlung zurückzuführen sind und nicht auf bereits bestehende Unterschiede zwischen den Babys.
CST wurde in ein bis drei Sitzungen von geschulten Praktikern durchgeführt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Weinstunden pro Tag, ein standardisierter Kolikschweregrad und die nächtliche Schlafdauer. Sie wurden zu Studienbeginn und nach der Behandlungsperiode gemessen und ermöglichten so einen direkten Vergleich zwischen den Gruppen.
Säuglinge in der CST-Gruppe zeigten im Vergleich zur Gruppe ohne Behandlung deutlich weniger Schreistunden, geringere Kolikschweregrade und mehr Schlaf. Für Eltern, die unter Schlafmangel leiden und ein schreiendes Baby haben, sind diese Ergebnisse – wenn sie real sind – etwas, das wirklich wichtig ist.
Die Vorbehalte, die wichtig sind
Der größte Vorbehalt ist die Kontrollbedingung. Die Vergleichsgruppe erhielt keine Behandlung, was bedeutet, dass wir nicht drei verschiedene Beiträge zu einer Verbesserung unterscheiden können: die natürliche Auflösung von Koliken (die sowieso auftritt, wenn Babys daraus herauswachsen), die Aufmerksamkeit und Behandlung, die mit den Sitzungen einhergeht, und jede spezifische Wirkung von CST selbst.
Koliken klingen bei den meisten Säuglingen im Alter von etwa drei bis vier Monaten von selbst ab. Ein mehrwöchiger Versuch wird allein deshalb in beiden Gruppen zu einer Verbesserung führen. Ohne eine Scheinkontrolle – eine Vergleichsgruppe, die Aufmerksamkeit, Behandlung und eine simulierte Behandlung erhielt – lässt sich nicht sagen, wie viel der Verbesserung speziell auf CST zurückzuführen war und wie viel auf den natürlichen Verlauf plus die Wirkung der fürsorglichen Aufmerksamkeit zurückzuführen war.
Auch die Stichprobengröße ist bescheiden. Bei 58 Säuglingen reicht die Leistung aus, um große Effekte zu erkennen, reicht aber möglicherweise nicht aus, um mittlere oder kleinere zuverlässig zu erkennen. Eine größere Studie mit einer geeigneten Scheinkontrolle würde deutlich mehr Vertrauen in die Ergebnisse schaffen.
Was das für Familien bedeutet
Trotz dieser Einschränkungen bringt die Testversion etwas hinzu. Ein Vergleich ohne Behandlung zeigt Ihnen immer noch, dass CST plus Aufmerksamkeit besser ist als nichts, und für Familien, die verzweifelt nach Linderung suchen, ist das bedeutsam. Die Frage, wie viel spezifisch für CST ist und wie viel die liebevolle Aufmerksamkeit einer sanften Sitzung ist, ist fast akademisch, wenn man ein Baby hat, das drei Stunden lang geweint hat.
Bei der CST bei Säuglingen werden sehr leichte Berührungen eingesetzt, viel leichter als bei Erwachsenen, oft an der Schädelbasis, entlang der Wirbelsäule und um das Kreuzbein herum. Ärzte, die mit Babys arbeiten, neigen dazu, dem Beispiel des Säuglings zu folgen und mit allem zu arbeiten, was das Baby zu vertragen scheint. Viele Familien berichten, dass ihr Säugling während und nach den Sitzungen ruhig wirkt und manchmal fester schläft als gewöhnlich.
Die ehrliche Begründung: Wir verfügen noch nicht über die endgültige Studie, die eine spezifische Wirkung von CST auf Koliken bei Säuglingen bestätigen würde, die über die Vorteile einer fürsorglichen Betreuung hinausgeht. Aber wir haben ein Signal, das es wert ist, ernst genommen zu werden, eine Therapie, die in geschulten Händen sanft und risikoarm ist, und eine Gruppe von Familien, für die die Kosten für den Versuch einer CST niedrig und der potenzielle Nutzen hoch ist.
Die Säuglingskoliken-RCT 2019 ist ein bedeutender Beitrag zur Evidenzbasis für CST bei Säuglingen, auch wenn diese Grenzen aufweist. Für Familien, die andere Ansätze erfolglos ausprobiert haben, bietet dies einen guten Grund, CST mit einem in der Arbeit mit Säuglingen erfahrenen Praktiker zu erkunden.